Was wir wollen

AN DEN GEMEINDERAT DER STADT LINZ:

BEKENNEN SIE SICH AUCH IN DER ZUKUNFT ZU DER FINANZIELLEN TRÄGERSCHAFT VON LANDESTHEATER LINZ UND BRUCKNER ORCHESTER LINZ ALS ZWEI DER WICHTIGSTEN KULTURTRÄGER VOR ORT.

ENTWICKELN SIE GEMEINSAM MIT DEM LAND OBERÖSTERREICH EINE TRAGFÄHIGE PERSPEKTIVE FÜR DIE ZUKUNFT DER KULTUREINRICHTUNGEN VON STADT UND LAND.

BEKENNEN SIE SICH ZU UNSERER KULTURINSTITUTION ALS UNVERZICHTBAREN BESTANDTEIL EINER GESELLSCHAFT UND INVESTIEREN SIE IN DIESE.

Stellungnahmen

Betriebsräte Kunst, Orchester, Verwaltung und Technik des Landestheater Linz

Stellungnahme zur drohenden Aufkündigung des Theatervertrages zwischen Stadt Linz und Land Oberösterreich durch die Stadt Linz

Das Landestheater Linz mit über 1000 Mitarbeitern aus über 40 Nationen ist der größte Kulturbetrieb des Landes Oberösterreich und beherbergt mit dem Bruckner Orchester Linz das zweitgrößte Orchester Österreichs unter seinem Dach. Beide sind national und international unverzichtbare Kulturträger und Kulturbotschafter für Oberösterreich mit Vorstellungen und Konzerttourneen, deren exzellenter Ruf regelmäßig bis nach Amerika und Asien dringt.

Das Landestheater Linz ist als Arbeitgeber von internationalem Format ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor für die Stadt Linz und die gesamte Region Oberösterreich. Es stellt überdies einen enormen Standortvorteil dar bei der Ansiedlung von nationalen und internationalen Unternehmen und damit im Ringen um Arbeitsplätze für die Region. Jeder in dieses Vorzeigeunternehmen investierte Euro kommt der Gesellschaft mehrfach wieder zu Gute, was zahlreiche europaweite Umwegrentabilitätsstudien, wie etwa jene von Prof. Schneider von der JKU Linz, eindeutig belegen.

Die Budgetkürzungen des Landes Oberösterreich seit dem Jahre 2018 haben das Landestheater bereits schwer in seiner Substanz getroffen und begonnen, diese auszuhöhlen. Mitarbeiter aus allen Abteilungen leiden unter den Auswirkungen dieses Spardiktates. Stellen werden nicht mehr nachbesetzt, die verbliebenen Mitarbeiter haben signifikant mehr zu leisten, notwendige Investitionen in dringende Reparaturen und Neuanschaffungen sind nicht möglich.

Da diese rund 10 prozentigen Budgetkürzungen 2018 sämtliche Kulturinstitutionen des Landes OÖ betrafen und ursprünglich nur auf ein Jahr limitiert sein sollten, erklärten sich Leitung wie Belegschaft prinzipiell solidarisch mit diesem Sparziel. Leider ist zwischenzeitlich deutlich geworden, dass die Landespolitik an ihren Sparvorgaben weiterhin festhält und in die Zukunft prolongiert. Auch das wird von uns kritisiert und abgelehnt.

Das nun bekannt gewordene Vorhaben der Stadt Linz, 14 Millionen ausschließlich an den Kulturflaggschiffen Landestheater und Bruckner Orchester einsparen zu wollen, deuten wir Beschäftigte jedoch als direkten Angriff auf den Fortbestand unseres Theaters und Orchesters. Auch die Begründung seitens der SPÖ Linz, aufgrund ungerechter Transferverhältnisse zwischen Stadt und Land gewissermaßen aus ''Notwehr'' zu diesem Ausstieg aus dem Theatervertrag gezwungen zu sein, erachten wir als Machtspiel mit dem Land OÖ aus parteipolitischem Kalkül auf dem Rücken von uns Kulturschaffenden.

Die Betriebsräte Kunst, Orchester, Verwaltung und Technik des Landestheater Linz wenden sich vehement und mit aller Macht und mit der Unterstützung aller Kolleginnen und Kollegen gegen eine drohende Aufkündigung des Theatervertrages durch die Stadt Linz. Diese Maßnahme hätte weitere massive Einschnitte in die Budgets sämtlicher Linzer Kulturinstitutionen zur Folge und würde unweigerlich den Verlust von Kultur-Arbeitsplätzen und damit eine massive Schwächung des kulturellen und wirtschaftlichen Standortes Linz bedeuten!

Mit diesem Schreiben treten mehr als 1000 Mitarbeiter für den Wegfall der Sparauflagen des Landes und gegen die drohende Kündigung des Theatervertrages durch die Stadt Linz ein! Wir fordern sowohl vom Land Oberösterreich als auch von der Stadt Linz eine politische Einigung im Interesse aller Kulturkonsumenten und Kulturschaffenden. Wir erwarten ein klares Bekenntnis zu einer lebendigen, wegweisenden, starken Kulturszene in Oberösterreich und zu einem starken Wirtschaftsstandort.

Offener Brief an Bürgermeister Klaus Luger

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Klaus Luger,

Wir schreiben Ihnen, weil wir besorgte Linzer Bürger und Mitarbeiter der TOG (OÖ. Theater und Orchester GmbH/Landestheater Linz) sind. Aus den Medien mussten wir von Ihrer Absicht zur Aufkündigung des Theatervertrags zwischen Stadt und Land erfahren. Sie sagen: „Eine Vertragsauflösung ist eine durchaus übliche Angelegenheit und war in dieser speziellen Beziehung zwischen Stadt und Land sogar explizite Option im Vertragswerk.“ Das mag so sein. Aber wir Mitarbeiter (wie übrigens auch die Geschäftsführung) der TOG mussten das aus der Zeitung erfahren. Ist Ihnen bewusst, was das für uns Angestellte für ein Schock ist? Es geht in der Summe um rund 200 Arbeitsplätze, die wegfallen könnten. Bis zum heutigen Tag wissen wir nicht, ob und wie es für uns weitergehen soll.

 

Wie sieht denn Ihr Konzept für die TOG in der Zukunft aus? Welche Vision haben Sie für den Erhalt von Landestheater und Bruckner Orchester?
Geht es hier nur um ein politisches Machtspiel zwischen der Stadt Linz und dem Land Oberösterreich?


Sehr geehrter Herr Bürgermeister Luger, weil Sie auch unser Bürgermeister sind:


Machen Sie den Mitarbeitern Mut mit Ihren Vorstellungen von einem lebenswürdigen und kulturellen Linz. Nehmen Sie den Mitarbeitern unnötige Ängste. Wir laden Sie zu uns ins Theater zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ein. Reden Sie mit uns. Kommen Sie, bevor Sie die Entscheidung in den Stadtrat bringen. Auch als Zeichen des Respekts vor unserer Arbeit. Sprechen Sie mit uns. Denn wir alle sind Linz und Linz liebt sein Theater!


Stellvertretend für die Mitarbeiter:
Martin Achrainer
Theresa Grabner
Matthäus Schmidlechner
Michael Wagner
Gotho Griesmeier
Dominik Nekel
Ariana Schirasi-Fard
Gunda Schanderer
Ines Schiller
Sebastian Hufschmidt
Alexander Hetterle

Die Betriebsräte von Orchester, Technik/Verwaltung, Kunst